Erfahrungsbericht Hufkrebs

Erfahrungsbericht Hufkrebs

Als erstes möchte ich an dieser Stelle sagen, dass der Bericht nicht dazu dient Tierärzte und Hufschmiede schlecht zu reden. Ich bin mir sicher, dass jeder, der mir seine Hilfe angeboten hat, in dieser Situation sein Bestmögliches gegeben hat. Ich möchte hiermit nur aufmerksam machen, dass Hufkrebs behandelbar ist und Martin Jansa und ich uns sicher sind, dass jeder, der offen für dieses Thema ist, in der Lage sein kann Hufkrebs erfolgreich zu behandeln. Daher steht Martin Jansa jedem stets mit Rat und Tat zur Seite.

Erfahrungsbericht Hufkrebs

Alles begann im Januar 2019

Es sollte nicht unser Jahr werden…

Alles begann im Januar 2019. Es sollte nicht unser Jahr werden… Ein ganz normaler Hufschmied-Termin stand an, alles so weit super. Nur eine Stelle, die merkwürdig erschien, sollte ich mit Jodoformäther behandeln. Zur Sicherheit rief ich den Tierarzt an.

Ein paar Tage später war der Termin mit einer angestellten Tierärztin, diese schaute sich die Stelle am Huf an. Genau deuten konnte sie es zu diesem Zeitpunkt leider nicht, nur die Vermutung war da, dass es Hufkrebs sein könnte. Ich selber habe bis zu diesem Zeitpunkt nicht mal gewusst, dass es das gibt. Also sollte ich die Stelle weiter behandeln und ein paar Tage später folgte die Nachkontrolle. Ergebnis: Kein Hufkrebs.

Da diese merkwürdige Stelle am Huf aber leider nicht besser, sondern schlechter wurde, rief ich den Tierarzt noch einmal. Diesmal kam der Tierarzt persönlich vorbei.

Erfahrungsbericht Hufkrebs

Ein Blick und für Ihn stand fest:

Es ist Hufkrebs

Ein Schock für mich. Sofort machten wir einen Termin für die erste Behandlung. In dieser Zeit habe ich mich im Internet belesen und bei einer Tierklinik angerufen. Die Klinik allerdings empfahl mir, ich solle doch erst mal meinen Tierarzt behandeln lassen, denn in die Klinik könne ich immer noch kommen. Ich hatte vollstes Vertrauen in meinen Tierarzt.

Der Termin war gekommen, die erste Behandlung lief bestens, alles heilte ab, allerdings bildete sich einige Tage später eine weitere Stelle am Strahl. Diese wurde selbstverständlich direkt mit behandelt.

Allerdings nun ohne sichtlichen Erfolg. Es dauerte nicht lang und auch der zweite Hinterhuf war betroffen. Also wurde auch der direkt mit behandelt. Auch am Kronrand wuchs plötzlich eine merkwürdige Wucherung raus, die aber nicht als Abszess erkannt wurde. Also Creme rauf und abwarten.

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Die Behandlungen wurden von Woche zu Woche schlimmer

Und für mich dramatischer.

Jede Behandlung wurde blutiger - es ähnelte einem Massaker. In der gesamten Zeit bekam Graham weder Schmerzmittel noch Antibiotika, denn diese würden am Huf nicht wirken. Ich vertraute darauf, denn Graham ging nicht einmal lahm in der gesamten Zeit.

Irgendwann wurde ich jedoch immer misstrauischer, denn einige Aussagen während der Behandlung beunruhigten mich. Ob es beim Schneiden war oder beim Verband anlegen, keiner wusste so recht wie, aber irgendwie sollte es wohl gehen. Immer mehr bekam ich das Gefühl, dass keiner mehr so recht weiterwusste. Mit offenen Wunden und einer Creme stand ich plötzlich allein da.

Völlig verzweifelt rief ich den Tierarzt ein letztes Mal an, um nach Hilfe zu fragen, die Antwort: machen Sie mal weiter mit der Creme - die hilft schon. Und plötzlich steht man allein da…

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Nach dem Ganzen war ich mir sicher:

Es muss andere Wege geben den Hufkrebs zu bekämpfen!

Denn Graham noch einmal solch einem Gemetzel (Entschuldigung für den Ausdruck) auszusetzen kam für mich nicht in Frage und ihn aufgeben erst recht nicht! Also entdeckte ich die Naturheilkunde! An sich eine super tolle Sache, aber bei Hufkrebs nicht die Lösung. In Ermangelung anderer Therapien machten wir Hufbäder und diesmal war ich mir sicher: Das ist die Lösung.

Täglich machte ich Bilder, um aber irgendwann festzustellen, dass diese Behandlung auf Dauer auch keinen Erfolg verspricht. Im Internet fand ich dann noch ein weiteres Hufbad. Wieder klang alles so super: Den Hufkrebs besiegen ohne blutiges Gemetzel. Die Bilder von erfolgreich behandelten Hufen sahen auch gut aus, also bestellte ich alles. Das Lösungsmittel mit den Badeschuhen. Die Stelle außen am Kronrand verhornte plötzlich, also steckte ich alle Hoffnungen in die Bäder.

Dazu kam auch alle zwei Wochen mein Hufschmied, zum Ausschneiden. Aber auch das war am Ende mehr Qual für Graham, als alles andere. Denn diese aggressive Lösung schien ihm von Behandlung zu Behandlung einfach nur mehr weh zu tun.

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Der Rat meines Schmiedes war dann:

Lass ihn so lange so laufen wie es noch geht und erlöse ihn dann…

Ich war am Ende mit den Nerven, hatte keinen Rat mehr und mein Konto war leer… Und Graham noch immer nicht geheilt. Oft fiel der Name Martin Jansa bei uns im Stall, aber Graham wieder operieren lassen… Mir fehlte einfach das Vertrauen.

Dann nahm mir meine Freundin allerdings den ersten Schritt ab. Sie rief mich an und erzählte mir, sie habe mit Martin Jansa telefoniert und ich solle ihn sofort mal zurückrufen. 3 Stunden habe ich überlegt, ob ich es mache… Zu verlieren hatte ich ja nichts, also wählte ich seine Nummer. Ich schickte ihm Bilder und besprach alles mit ihm. Alles klang wieder so toll und man merkte auch direkt am Telefon, dass er genau weiß, von was er spricht, aber leider hatte auch die Sache einen kleinen Haken für mich: Natürlich das liebe gute Geld, was nach allem, was wir versucht haben, aufgebraucht war.

8000 Euro Behandlungskosten für 3 Hufe, obendrauf kämen noch Tierarztkosten, die, wenn überhaupt, nur schwer kalkulierbar sind. Geld was ich nicht mehr hatte.

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Da stand ich nun:

Pleite und ein krankes Pferd, welches leben will und das auch verdient hat

Ich werde den Tag wohl nie vergessen: Ich stand im Stall mit meinen Stallkollegen und meiner Schwester und erzählte von dem Telefonat mit Martin Jansa. Mir liefen die Tränen, denn ich wusste ganz genau, dass das der letzte Weg sein wird, den ich mit Graham gehen werde, ohne zu wissen, was uns erwartet.

Alle haben mir so unglaublich viel Mut zugesprochen und mir den Rücken gestärkt, dass ich noch am selben Abend Martin Jansa anrief und einen Termin mit ihm vereinbarte, um Graham zu Ihm zu bringen.

Ich hatte so unglaublich viel Angst vor diesem Schritt, nicht allein auch wegen der hohen Kosten. Doch eine Angst hat mir ein Freund aus dem Stall genommen, denn dieser eröffnete ein Spendenkonto für Graham. Wie durch ein Wunder bekamen wir dank so vieler toller Menschen das Geld zusammen.

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Der Tag war gekommen…

Angekommen in Boitzen wurden wir herzlich empfangen

Meine Schwester sagte im Gespräch zu Frau X: „Sie sind unsere letzte Hoffnung“, worauf sie nur antwortete: „Martin ist die einzige Hoffnung, die ihr habt“ Und sie behielt recht! Graham bezog seine Box und durfte am ersten Tag erst mal in Ruhe ankommen.

Am nächsten Tag begann dann die Behandlung. Ich bekam das erste Foto zugeschickt und war schockiert. Denn erst nach der Abnahme der Hufwand war das ganze Elend zu sehen. Behandelt wurde als erstes der linke Hinterhuf, damit anschließend vorne links und hinten rechts zusammen behandelt werden können. Erstens damit Graham sich gleichmäßig entlasten kann und zweitens um die Behandlungszeit so kurz wie möglich zu halten.

So zumindest der Plan… Doch nicht bei Graham! Durch zu lange und dazu falsche Behandlungen war der Hufkrebs bereits sehr fortgeschritten. Dazu kam noch eine Menge nicht entdeckter und alter Abszesse dazu.

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Es war eine Achterbahnfahrt der Gefühle

Denn kaum sahen zwei Verbandswechsel gut aus, folgte die nächste Ernüchterung

So oft es ging, war ich bei jedem Verbandswechsel dabei. Und zu sehen wie sauber und ordentlich Martin Jansa arbeitete, beruhigte mich ungemein. Denn um die Massaker zu vermeiden - so wie ich das kannte - wurden die Hufe abgebunden, um ein genaues und sauberes Arbeiten zu ermöglichen, denn nur so kann das geschulte Auge erkennen was gutes und was schlechtes Gewebe ist.

Ebenso beruhigend war für mich zu wissen, dass Graham nach großen Behandlungen stets Schmerzmittel bekam und gegebenenfalls auch Antibiotika. Da Grahams Wunden so entzündet waren und die Entzündungen entsprechend tief in die Wand des Hufs hochzogen, entschieden wir uns für eine Vollnarkose.

Diese Entscheidung fiel allerdings erst nach dem alles Mögliche versucht wurde, um eine Vollnarkose zu umgehen - leider ohne Erfolg. Ich glaube, das war das erste Mal, wo der Tierarzt aufgeben wollte.

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Aber so lang noch Hoffnung besteht

kämpft Martin Jansa und macht manchmal scheinbar unmögliche Dinge möglich

Nachdem Graham die Vollnarkose gut überstanden hatte, waren nun alle guter Dinge, das wir es nun bald geschafft haben sollen. Doch ein weiterer Verbandswechsel und alles ging wieder von vorne los. Wieder eitert die Wunde erneut und die Entzündungen sind so stark, das feststeht: ohne eine zweite Vollnarkose kommen wir nicht weiter.

Diesmal war der Eingriff größer, denn es war bereits der Knochen angegriffen. Zum Glück war nur so wenig betroffen, dass Martin ein Stück Knochen abnehmen konnte und Graham somit riesiges Glück hatte, denn der Tierarzt hatte ihn bereits zum zweiten Mal aufgeben.

Nach diesem großen Eingriff bekam Graham über eine Woche Schmerzmittel und Antibiotika gespritzt. Es wurde sich so super um ihn gekümmert. Die Hoffnung war zurück, denn schon bald konnten die Medikamente langsam abgesetzt werden und auch die Verbandswechsel wurden von Woche zu Woche besser. Der einzige der Zweifel hatte, war der Tierarzt.

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Aber Martin Jansa hatte einfach den Blick und

die Erfahrung, Geduld zu behalten und der großen Wunde die Zeit gab zum Heilen

Tadaa, eine Woche später und die Wunde war überhornt. An diesem Tag des Verbandwechsels konnte ich leider nicht dabei sein. Ich bekam an diesen Tag nur Fotos unter denen stand, bitte ruf zurück! Mein Herz rutschte mir in die Hose, ich rief sofort an, vor lauter Aufregung konnte ich in diesem Moment weder was Schlechtes noch was Gutes deuten.

Dann ging Martin Jansa gut gelaunt ans Telefon um mir zusagen, in einer Woche kannst du dein Pferd nach Hause holen. Mir fehlten die Worte und ich habe tatsächlich einige Stunden gebraucht um zu realisieren, wir haben den Kampf gewonnen…

Bevor ich Graham nach Hause holte, bekam er noch einmal einen neuen Verband mit einem ausgleichenden Polster, welches Martin Jansa spezielle angefertigt hat, damit der Huf wieder ganz normal nachwachsen kann. Genau 3 Monate später, am 05.01.2020 holte ich Graham hufkrebsfrei nach Hause.

Insgesamt haben wir ein ganzes Jahr gegen den Krebs gekämpft!

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