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Erfahrungsbericht Hufkrebs

Ein zweites Leben für Graham

Wie Martin Jansa den Shire-Horse-Wallach hufkrebsfrei bekam

Hallo, ich bin Cathrin Redhead und überglücklich! Weil mein Shire Horse Graham fiesesten Hufkrebs überlebt hat. Davon berichte ich sehr gern, denn ich weiß, dass diese Diagnose für viele Pferdebesitzer einem Todesurteil gleichkommt.
Bevor ich Grahams Geschichte beschreibe, möchte ich jedoch noch eines vorweg schicken: Es geht mir nicht darum, Tierärzte und Hufschmiede schlecht zu machen. Ganz im Gegenteil: Ich bin mir sicher, dass jeder, der mir seine Hilfe angeboten hat, sein Bestmögliches gegeben hat.
Was ich jedoch in jedem Fall möchte, ist, darauf aufmerksam zu machen, dass Hufkrebs behandelbar ist! Graham ist das beste Beispiel dafür.

Erfahrungsbericht Hufkrebs

Wie alles begann

Januar 2019. Ein ganz normaler Tag, ein ganz normaler Hufschmied-Termin. Nichts deutete darauf hin, dass dies der Anfang des schlimmsten Jahres werden sollte, das ich bisher erlebt habe. „Alles soweit in Ordnung“, sagte der Hufschmied und wies mich lediglich auf eine Stelle hin, die ihm merkwürdig erschien. Diese sollte ich mit Jodoformäther behandeln.
Zur Sicherheit rief ich den Tierarzt an. Eine Angestellte der Praxis kam ein paar Tage später und begutachtete die Stelle am Huf. Genau diagnostizieren konnte sie die Stelle zu diesem Zeitpunkt leider nicht. Doch es stand schon da die Vermutung im Raum, dass es sich um Hufkrebs handeln könnte. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte ich nicht mal gewusst, dass es Hufkrebs überhaupt gibt.

Ich sollte die Stelle weiter behandeln – bis zur Nachkontrolle nach einigen Tagen. Das Ergebnis: Es sei wohl doch kein Hufkrebs.

Erfahrungsbericht Hufkrebs

Die furchtbare Diagnose

Leider wurde die merkwürdige Stelle nicht besser, sondern verschlechterte sich. Deshalb rief ich noch mal in der Tierarztpraxis an – und diesmal kam der Tierarzt selbst.
Ein Blick und für ihn stand fest: Es ist Hufkrebs. Ein Schock für mich. Sofort machten wir einen Termin für die erste Behandlung. In dieser Zeit habe ich mich im Internet belesen und bei einer Tierklinik angerufen. Die Klinik allerdings empfahl mir, ich solle doch erst mal meinen Tierarzt behandeln lassen, denn in die Klinik könne ich immer noch kommen. Ich hatte vollstes Vertrauen in meinen Tierarzt.
Der Termin war gekommen, die erste Behandlung lief bestens, alles heilte ab, allerdings bildete sich einige Tage später eine weitere Stelle am Strahl. Diese wurde selbstverständlich direkt mitbehandelt.
Allerdings nun ohne sichtlichen Erfolg. Es dauerte nicht lang und auch der zweite Hinterhuf war betroffen. Also wurde auch der direkt mitbehandelt. Auch am Kronrand wuchs plötzlich eine merkwürdige Wucherung raus, die aber nicht als Abszess erkannt wurde. Also Creme rauf und abwarten.

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Ein dramatischer Verlauf

Die Behandlungen wurden von Woche zu Woche schlimmer. Und für mich dramatischer.
Jede Behandlung wurde blutiger - es ähnelte einem Massaker. In der gesamten Zeit bekam Graham weder Schmerzmittel noch Antibiotika, denn diese würden am Huf nicht wirken. Ich vertraute darauf, denn Graham ging nicht einmal lahm in der gesamten Zeit.
Irgendwann wurde ich jedoch immer misstrauischer, denn einige Aussagen während der Behandlung beunruhigten mich. Ob es beim Schneiden war oder beim Verband anlegen, keiner wusste so recht wie, aber irgendwie sollte es wohl gehen.

Immer mehr bekam ich das Gefühl, dass keiner mehr bei der Hufkrebsbehandlung so recht weiterwusste. Mit offenen Wunden und einer Creme stand ich plötzlich allein da.
Völlig verzweifelt rief ich den Tierarzt ein letztes Mal an, um nach Hilfe zu fragen. Die Antwort: Machen Sie mal weiter mit der Creme - die hilft schon. Und das war’s.

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Die Suche nach einer alternativen Behandlung

Nach dem Ganzen war ich mir sicher: Es muss andere Wege geben, den Hufkrebs zu bekämpfen! Denn Graham noch einmal solch einem Gemetzel (Entschuldigung für den Ausdruck) auszusetzen, kam für mich nicht in Frage und ihn aufgeben erst recht nicht! Also entdeckte ich die Naturheilkunde! An sich eine supertolle Sache, aber bei Hufkrebs nicht die Lösung.

In Ermangelung anderer Therapien machten wir Hufbäder und diesmal war ich mir sicher: Das ist die Lösung. Täglich machte ich Bilder, um aber irgendwann festzustellen, dass diese Behandlung auf Dauer auch keinen Erfolg versprach. Im Internet fand ich dann noch ein weiteres Hufbad. Wieder klang alles so super: Den Hufkrebs besiegen ohne blutiges Gemetzel. Die Bilder von erfolgreich behandelten Hufen sahen auch gut aus, also bestellte ich alles. Das Lösungsmittel mit den Badeschuhen. Die Stelle außen am Kronrand verhornte plötzlich, also steckte ich alle Hoffnungen in die Bäder.
Dazu kam auch alle zwei Wochen mein Hufschmied, zum Ausschneiden. Aber auch das war am Ende mehr Qual für Graham als alles andere. Denn diese aggressive Lösung schien ihm von Behandlung zu Behandlung einfach nur mehr weh zu tun.

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Kurz vor der völligen Verzweiflung

Der Rat meines Schmiedes war dann: „Lass ihn so lange so laufen wie es noch geht und erlöse ihn dann …“ Ich war am Ende mit den Nerven, hatte keinen Rat mehr und mein Konto war leer. Und Graham noch immer nicht geheilt. Oft fiel der Name Martin Jansa bei uns im Stall, aber Graham wieder operieren zu lassen … Mir fehlte einfach das Vertrauen.

Dann nahm mir meine Freundin allerdings den ersten Schritt ab. Sie rief mich an und erzählte mir, sie habe mit Martin Jansa telefoniert und ich solle ihn sofort mal zurückrufen. Drei Stunden habe ich überlegt, ob ich es mache … Zu verlieren hatte ich ja nichts, also wählte ich seine Nummer. Ich schickte ihm Bilder und besprach alles mit ihm. Alles klang wieder so toll und man merkte auch direkt am Telefon, dass er genau weiß, von was er spricht, aber leider hatte auch die Sache einen kleinen Haken für mich: Natürlich das liebe gute Geld, was nach allem, was wir versucht haben, aufgebraucht war.
8.000 Euro Behandlungskosten für 3 Hufe, obendrauf kämen noch Tierarztkosten, die, wenn überhaupt, nur schwer kalkulierbar sind. Geld, was ich nicht mehr hatte.

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Hoffnung keimt auf

Da stand ich nun: pleite und ein krankes Pferd, welches leben will und das auch verdient hat.
Ich werde den Tag wohl nie vergessen: Ich stand im Stall mit meinen Stallkollegen und meiner Schwester und erzählte von dem Telefonat mit Martin Jansa. Mir liefen die Tränen, denn ich wusste ganz genau, dass das der letzte Weg sein würde, den ich mit Graham gehen würde, ohne zu wissen, was uns erwartet.
Alle haben mir so unglaublich viel Mut zugesprochen und mir den Rücken gestärkt, dass ich noch am selben Abend Martin Jansa anrief und einen Termin mit ihm vereinbarte, um Graham zu ihm zu bringen.
Ich hatte so unglaublich viel Angst vor diesem Schritt, nicht allein auch wegen der hohen Kosten. Doch eine Angst hat mir ein Freund aus dem Stall genommen, denn dieser eröffnete ein Spendenkonto für Graham. Wie durch ein Wunder bekamen wir dank so vieler toller Menschen das Geld zusammen.

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Die ersten Tage bei Martin Jansa

Der Tag war gekommen. Angekommen im Hufzentrum wurden wir herzlich empfangen.
Meine Schwester sagte im Gespräch zu Frau Vogel: „Sie sind unsere letzte Hoffnung“. Worauf sie nur antwortete: „Martin ist die einzige Hoffnung, die ihr habt.“ Und sie behielt recht! Graham bezog seine Box und durfte am ersten Tag erst mal in Ruhe ankommen.
Am nächsten Tag begann dann die Behandlung. Ich bekam das erste Foto zugeschickt und war schockiert. Denn erst nach der Abnahme der Hufwand war das ganze Ausmaß zu sehen. Behandelt wurde als erstes der linke Hinterhuf, damit anschließend vorne links und hinten rechts zusammen behandelt werden konnten. Erstens damit Graham sich gleichmäßig entlasten konnte und zweitens, um die Behandlungszeit so kurz wie möglich zu halten. So zumindest der Plan. Doch nicht bei Graham! Durch zu lange und dazu falsche Behandlungen war der Hufkrebs bereits sehr fortgeschritten. Dazu kam noch eine Menge nicht entdeckter und alter Abszesse dazu.

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Hoffnung und Verzweiflung im Wechsel

Es war eine Achterbahnfahrt der Gefühle. Denn kaum sahen zwei Verbandswechsel gut aus, folgte die nächste Ernüchterung
So oft es ging, war ich bei jedem Verbandswechsel dabei. Und zu sehen wie sauber und ordentlich Martin Jansa arbeitete, beruhigte mich ungemein. Denn um die Massaker zu vermeiden - so wie ich das kannte - wurden die Hufe abgebunden, um ein genaues und sauberes Arbeiten zu ermöglichen, denn nur so kann das geschulte Auge erkennen, was gutes und was schlechtes Gewebe ist.
Ebenso beruhigend war für mich zu wissen, dass Graham nach großen Behandlungen stets Schmerzmittel bekam und gegebenenfalls auch Antibiotika. Da Grahams Wunden so entzündet waren und die Entzündungen entsprechend tief in die Lederhaut des Hufs hochzogen, entschieden wir uns für eine Vollnarkose.
Diese Entscheidung fiel allerdings erst, nachdem alles Mögliche versucht wurde, um eine Vollnarkose zu umgehen – leider ohne Erfolg. Ich glaube, das war das erste Mal, wo der Tierarzt aufgeben wollte.

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Von einer OP zur nächsten

Aber so lange noch Hoffnung besteht, kämpft Martin Jansa und macht manchmal scheinbar unmögliche Dinge möglich.
Nachdem Graham die Vollnarkose gut überstanden hatte, waren nun alle guter Dinge, dass wir es nun bald geschafft haben sollten. Doch ein weiterer Verbandswechsel und alles ging wieder von vorne los. Wieder eitert die Wunde und die Entzündungen waren so stark, das feststand: Ohne eine zweite Vollnarkose kommen wir nicht weiter.

Diesmal war der Eingriff größer, denn es war bereits der Knochen angegriffen. Zum Glück war nur so wenig betroffen, dass Martin ein Stück Knochen abnehmen konnte und Graham somit riesiges Glück hatte. Denn der Tierarzt hatte ihn bereits zum zweiten Mal aufgeben.
Nach diesem großen Eingriff bekam Graham über eine Woche Schmerzmittel und Antibiotika gespritzt. Es wurde sich so super um ihn gekümmert. Die Hoffnung war zurück, denn schon bald konnten die Medikamente langsam abgesetzt werden und auch die Verbandswechsel wurden von Woche zu Woche besser. Der einzige der Zweifel hatte, war der Tierarzt.

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Der Kampf ist gewonnen

Martin Jansa hatte den Blick und die Erfahrung, Geduld zu behalten und der großen Wunde Zeit zum Heilen zu geben. Und was soll ich sagen: Eine Woche später war die Wunde überhornt. An diesem Tag des Verbandwechsels konnte ich leider nicht dabei sein. Ich bekam an diesen Tag nur Fotos, unter denen stand, bitte ruf zurück! Mein Herz rutschte mir in die Hose, ich rief sofort an, vor lauter Aufregung konnte ich in diesem Moment weder was Schlechtes noch was Gutes deuten.
Dann ging Martin Jansa gut gelaunt ans Telefon, um mir zusagen, in einer Woche kannst du dein Pferd nach Hause holen. Mir fehlten die Worte und ich habe tatsächlich einige Stunden gebraucht, um zu realisieren: Wir haben den Kampf gewonnen.

Bevor ich Graham nach Hause holte, bekam er noch einmal einen neuen Verband mit einem ausgleichenden Polster, welches Martin Jansa speziell angefertigt hatte, damit der Huf wieder ganz normal nachwachsen konnte. Genau 3 Monate später, am 05.01.2020 holte ich Graham hufkrebsfrei nach Hause.
Insgesamt haben wir ein ganzes Jahr gegen den Krebs gekämpft!

Wir sind gern für Sie und Ihr Pferd da!

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